Kosten & Krankenkasse

Kieferorthopädie: Kosten und was die Krankenkasse zahlt

Aktualisiert: Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Bei Kindern und Jugendlichen zahlt die gesetzliche Kasse ab KIG 3. Eltern strecken 20 Prozent Eigenanteil vor, der nach Abschluss erstattet wird. Erwachsene sind fast immer Selbstzahler und rechnen je nach Methode mit rund 2.000 bis 7.000 Euro.

Die Frage nach den Kosten steht bei fast jeder Zahnspange am Anfang. Die Antwort hängt vor allem von zwei Dingen ab: dem Alter und der Schwere der Fehlstellung. Wir erklären die Systematik Schritt für Schritt.

Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Behandlung, wenn eine ausreichend schwere Fehlstellung vorliegt. Maßstab ist die sogenannte KIG-Einstufung. Ab der Stufe KIG 3 traegt die Kasse die Kosten der Regelversorgung.

Was bedeutet die KIG-Einstufung?

KIG steht für Kieferorthopädische Indikationsgruppen. Die Praxis stuft die Fehlstellung anhand definierter Befunde in eine von fünf Gruppen ein:

  • KIG 1 und 2: Leichte bis geringe Fehlstellung. Die Kasse zahlt nicht, die Behandlung ist Selbstzahler-Leistung.
  • KIG 3 bis 5: Ausgeprägte bis extreme Fehlstellung. Die Kasse übernimmt die Kosten der Regelversorgung.

Was ist der Eigenanteil und bekomme ich ihn zurück?

Auch wenn die Kasse zahlt, strecken Eltern zunaechst einen Eigenanteil von 20 Prozent vor. Ab dem zweiten Kind in Behandlung sinkt dieser Anteil auf 10 Prozent. Wichtig: Nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung wird der komplette Eigenanteil von der Kasse erstattet. Heben Sie die Quittungen also gut auf.

Warum zahlen Erwachsene meistens selbst?

Ab dem 18. Geburtstag ist die Zahnspange in der Regel eine reine Privatleistung. Die gesetzliche Kasse zahlt nur in Ausnahmefällen, naemlich bei schweren Kieferanomalien, die einen kombiniert kieferchirurgischen und kieferorthopädischen Eingriff erfordern. Für normale Zahnkorrekturen sind Erwachsene Selbstzahler.

Womit müssen Selbstzahler rechnen?

Die Spanne ist groß und hängt stark von Methode und Aufwand ab. Als grobe Orientierung:

  • Feste Zahnspange: meist im mittleren Bereich
  • Aligner (unsichtbare Schienen): je nach Umfang mittlerer bis oberer Bereich
  • Lingualtechnik (Innenspange): tendenziell am oberen Ende

Insgesamt bewegen sich die Kosten für Erwachsene je nach Fall etwa zwischen 2.000 und 7.000 Euro. Die Praxis erstellt vor Behandlungsbeginn einen konkreten Heil- und Kostenplan.

Wann lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Eine Zusatzversicherung kann sinnvoll sein, wenn die Kasse nicht oder nur teilweise zahlt, also bei KIG 1 und 2 oder bei Erwachsenen. Entscheidend ist, die Versicherung abzuschließen, bevor die Behandlung angeraten ist. Bereits geplante oder laufende Behandlungen werden in der Regel nicht mehr übernommen.

Häufige Fragen

Ab welcher KIG-Stufe zahlt die Kasse?
Ab KIG 3. Bei den Stufen 3, 4 und 5 übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Regelversorgung für Kinder und Jugendliche. Bei KIG 1 und 2 zahlt die Kasse nicht.
Bekomme ich den Eigenanteil wirklich zurück?
Ja. Der Eigenanteil von 20 Prozent (10 Prozent ab dem zweiten Kind) wird nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung vollständig von der Krankenkasse erstattet. Bewahren Sie die Zahlungsnachweise auf.
Zahlt die Kasse auch bei Erwachsenen?
Nur in Ausnahmefällen bei schweren Kieferfehlstellungen, die eine Kieferoperation erfordern. Für normale Zahnkorrekturen sind Erwachsene Selbstzahler.

Passt dazu